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(jh) Manchen Abgängen schaut man mit weinenden Augen hinterher, bei anderen bleibt nur ein Schulterzucken. Der eine Spieler will sich weiterentwickeln für höhere Aufgaben und / oder richtig Kasse machen, für die Zeit nach der Karriere vorsorgen. Manchmal kassiert die Eintracht eine vernünftige Ablöse, häufig aber auch nicht, während zu erwarten ist, dass der Marktwert eines Spielers höher ist, als es eine vertraglich festgeschriebene Ablöse hergibt, oder noch deutlich steigen wird – dann aber nicht zu Gunsten der Eintracht. Es gibt aber auch die Fälle, in denen dem Spieler ein Wechsel in der Hinsicht zugute kommen soll, dass er mehr Einsatzzeiten bekommt als bei der Eintracht und dadurch weiter vorankommt. Wir schauen diesmal auf ausgewählte Spieler, die uns in den letzten vier Spielzeiten verlassen haben und „überprüfen“ oberflächlich, ob sich der Wechsel für sie gelohnt hat. Die statistischen Daten für die aktuelle Saison haben den Stand von Ende November.

Wir beginnen mit Abgängen aus dem Sommer, wie MariusWolf, der nach letzter Erhebung (transfermarkt.de) 10 Mio Euro wert sein soll: Bei der Eintracht zu einem maßvollen Gehalt angestellt, konnte er nach seinem Aufstieg in Frankfurt mit dem neuen Vertrag in Dortmund den großen finanziellen Sprung machen. Doch konnte er bisher auch bei der Borussia begeistern? Konnte er nicht, acht Einsätze in drei Wettbewerben. Zu Saisonbeginn durfte er ran, in vier Bundesligaspielen erzielte er einen Treffer, gegen die Eintracht. Die kicker-Noten schwanken zwischen 4 und 5, im Schnitt 4,5. Die Konkurrenz beim Tabellenführer ist groß, derzeit zu groß für Marius Wolf. Doch wenn man nicht spielt, wächst bei vielen Spielern die Unzufriedenheit. Wie ist das bei Marius? Immerhin ist er Tabellenführer.

Omar Mascarell (MW 8 Mio Euro) hätte die Eintracht auch nicht unbedingt ziehen lassen. Schalke sicherte sich ihn. Es hätten sehr wohl mehr als 169 Minuten in der Bundesliga sein können (vier Spiele, dazu einmal in der Champions League). Schalke hat sich in der Saison nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Omar wird nicht zufrieden sein können. Das ist ausbaufähig. Prognose: Da geht noch was für ihn.

Aymen Barkok sollte bei Fortuna Düsseldorf Spielpraxis erhalten – um nichts anderes geht es bei ihm. Hat er die? Nein! Zwei Einsätze in der Bundesliga plus einen im Regionalliga-Team. Das sieht derzeit nicht gut aus.

Lukas Hradecky wollte den großen Sprung machen, finanziell und sportlich: regelmäßig Europapokal spielen. Zu Saisonbeginn fiel er verletzt aus. Doch längst ist er Stammkeeper in Leverkusen. Das wurde allerdings auch nie in Frage gestellt. Derzeit kann Leverkusen mit der Eintracht wirklich nicht mithalten – das ist natürlich eine Momentaufnahme. Doch er sagt selbst: „Und wenn das dann nach längerer Zeit nicht wird, dann ist Leverkusen vielleicht der falsche Verein.“ International ist Bayer mit ihm auch in der Rückrunde dabei. Der Notenschnitt ist mit etwa 2,75 noch ganz in Ordnung.

Renat Dadshov fiel bei der Eintracht durch Undiszipliniertheiten auf. In der 2. Liga in Portugal bei Estoril Praia hat er auch schon eine Rotsperre hinter sich, aber immerhin kommt er einigermaßen zu Einsätzen, wenn aber auch fast nie über 90 Minuten.

Daichi Kamada hat bei der Eintracht keine Rolle gespielt. Bei St. Truiden in Belgien blüht er auf und hat eine Bilanz vorzulegen, wie kein anderer, der die Eintracht verlassen hat: Zehn Spiele, neun Tore. Wow!

Alex Meier wollte weiter Bundesliga spielen, alternativ auch in den USA. Doch die Angebote infrage kommender Klubs für den vormaligen Torschützenkönig blieben aus. Es gab Angebote, doch die kamen bestenfalls aus der 2. oder 3. Liga. Er hielt sich in Österreich bei einem Zweitligisten fit, der ihn auch verpflichtet hätte. Doch Alex lehnte ab. Mittlerweile ist er nach Hamburg zu den Eltern zurückgezogen. Er hofft weiter auf die Bundesliga oder USA. Viel Glück, Alex!

Springen wir ein Jahr weiter zurück und zu Bastian Oczipka: Auch er konnte finanziell eine relevante Verbesserung erreichen. Als Stammspieler hatte er einen großen Anteil an dem 2. Platz und damit der Champions League-Qualifikation. Durchschnittsnote: 3,63. Durch eine Leistenoperation ist er in der aktuellen Saison bis Mitte November ausgefallen. Am letzten Spieltag in dem Monat hatte er dann seinen ersten Einsatz und traf auch gleich. Bastian kann zufrieden sein. Wenn es dann in der Liga jetzt auch wieder besser für seinen Klub läuft, wird er sicher zustimmen.

Haris Seferovic, Schweizer Chancentod, für den die Eintracht nach einem angeblichen, zwischenzeitigen 10 Mio Euro-Angebot keinen Cent Ablöse erhielt: Haris konnte letzte Saison auch bei seinem neuen Klub Benfica Lissabon nicht überzeugen: 27 Einsätze und sechs Tore in zusammen vier Wettbewerben standen zu Buche. Dieses Jahr steht er bei vier Toren in 15 Spielen.

Heinz Lindner, der bei der Eintracht im Tor nicht über drei Pflichtspieleinsätze hinaus kam, lag mit seinem Wechsel zu den Grashopper Zürich scheinbar  richtig: Er ist dort Stammspieler – das sollte man als zweiter Nationaltorhüter auch sein – siehe Kevin Trapp. Frederik Rönnow hat unser Mitleid. Lindner ist zudem Kapitän. Wenn es dann sportlich auch gut laufen würde, doch in der letzten Saison wurden die Grashopper Vorletzter, derzeit ist es der drittletzte Platz in der Super League.

Yanni Regäsel hat lange seinen Vertrag bei der Eintracht abgesessen, bevor dieser doch noch vorzeitig aufgelöst wurde. Einsätze hatte er lange keine, letztmals in der Saison 2015/16. Diese Saison heuerte er beim MSV Duisburg an, doch mehr als drei Einsätze wurden es bisher auch nicht.

Spanischer Superpokalsieger, UEFA Supercupsieger, Champions League-Sieger, Klub-Weltmeister – das sind die Titel, die Jesús Vallejo in knapp über einem Jahr nach seinem Wechsel zurück zu Real Madrid eingesammelt hat. Respekt! In der letzten Saison kam er in Liga, Pokal und Champions League auch immerhin auf elf Einsätze – in dieser Saison hingegen hatte er noch keinen Einsatz. Wird man glücklich, wenn man nicht spielt, auch wenn der Klub Titel sammelt? Immer wieder gab es Gerüchte, die Eintracht würde versuchen, ihn zurückzuholen.

Weiter geht es in der gedruckten Ausgabe, Nr. 270, mit:

Shani Tarashaj, Michael Hector, Carlos Zambrano, Stefan Aigner, Luc Castaignos,  Luca Waldschmidt, Änis Ben-Hatira, Sonny Kittel, Joel Gerezgiher, Emil Balaywv, Takashi Inui, Oliver Occean, Lucas Piazon und Yusupha Yaffa.

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