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Was ein Eintracht-Fan in seinem Leben alles mal getan haben muss

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(Nur-Text-Version ohne die Bilder aus der Printausgabe)

(jh) Es gibt mit Sicherheit einige Dinge, die man als richtiger Fan der Eintracht in seinem Leben mal getan haben sollte. Wie ist die allgemeine Meinung hierzu? Was haben wir ggf. denn noch nachzuholen, was haben wir verpasst? Wovor haben wir uns evtl. bisher gedrückt? Was sollten wir bald mal angehen? Wir haben Euch im letzten Jahrespoll gefragt und präsentieren Euch diesmal die Ergebnisse. Am Ende dieses Beitrags stellt sich die Frage: Wie sieht Eure persönliche Checkliste aus?

Bei der Aufarbeitung der Leserrückmeldungen galt es bei der Sichtung der Lesermeinungen, auch mit etwas Feingefühl zu separieren. Selbstverständlich sind die Ansprüche unterschiedlich hoch. Müssen Selbstverständlichkeiten, wie mal bei einem Eintracht-Spiel bzw. sogar bei einem Auswärtsspiel dabei gewesen zu sein sowie den "Adler im Herzen" zu tragen und sich entsprechend zu verhalten und treu zu sein, extra betont werden? Wobei letzteres eher ein Dauerzustand sein sollte, und nicht etwas, das man "abhaken" könnte.

Bei den Umfrageteilnehmern wurden viele "Wünsche" geäußert, Ereignisse, die sie selbst nicht beeinflusst werden könne, sondern eintreten müssen - dazu gehört freilich auch Glück. Vermutlich würde jeder gerne mal Deutscher Meister werden und auf dem Römerberg feiern können sowie ein Frankfurter Fußballwunder und vielleicht auch einen Sieg und die damit verbundene Atmosphäre beim ungeliebten Verein in Offenbach oder Kaiserslautern erleben - solche nicht vorhersehbaren Ereignisse, die man sein Leben lang nicht vergisst. Träume hat jeder Fan, ob diese mit dem Erreichen des Finales der Champions League zu tun haben oder Spieler mal persönlich kennen zu lernen. Doch was kann man selbst entscheiden? Vieles! Für einen Trainingsbesuch muss man nur zum Stadion fahren - dann kann man auch mal einem Spieler "Hallo" sagen und die Hand geben.

Kategorie "Basis"

Beginnen wir damit, einen traditionellen Imbiss am Stadion wie Bratwurst Walter an der Straßenbahnendstation oder Wach am Gleisdreieck eingenommen zu haben (u.a. angeführt von Daniel Tala, Frankfurt). Man sollte - so Steffen Röder (Riedstadt) - "früh genug am Stadion sein, um das ganze «Gefühl» eines Stadionbesuchs aufnehmen zu können. Noch wichtiger ist etwas anderes: Sehr früh in das nahezu leere Waldstadion gehen. Den Moment genießen und die Empfindungen in diesem Moment bewusst erleben. Ich glaube einfach, dass man in diesem Moment erkennt, ob sich die Eintracht einen selbst ausgesucht hat. Ich glaube nicht, dass man sich einen Lieblingsverein aussuchen kann. Man wird irgendwann in seinen Bann gezogen. Jedoch wird das bestimmt in den meisten Fällen durch das familiäre Umfeld zu einem gewissen Anteil vorgegeben."

Selbstverständlich gehört es dazu, auch mal in Mitten der Stehplatzkurve dabei gewesen zu sein, um das Beben der Fanmassen zu erleben. (u.a. Daniel Wojtyschak, Grimma, und Manuel Fritz, Wiesbaden). Dieser Tipp gilt nebenbei auch aus einem anderen Grund, so Marcel Becker (Bargstedt): "Sich in den Stehblock stellen und sich dort selbst ein Bild über die Situation machen. Viel zu viele sogenannte Eintracht-Fans lesen zu viel BILD und/oder lassen sich von den Fernsehbildern beeinflussen. Würden diese Leute einmal selbst im Stadion stehen, 100e von Kilometer zurücklegen und die Mannschaft bis zur 90+7. Minute anfeuern, wüsste diese, wie viel Emotion und Herzblut dort reingesteckt wurde und man ganz bestimmt keine Angst vor irgendwas haben muss." Ähnlich im Sinne der Aufklärung denkt Daniel Geyer (Frankfurt): "Auswärts zu Risikospielen fahren, um zu sehen, dass die Seite des Staats mächtig übertreibt." Dort besteht dann auch die Möglichkeit, mal zu erleben, wie der stimmgewaltige Support Gänsehaut hervorruft. (Marcel Schneider, Flörsheim)

Bietet sich die Chance, so sollte sich der Fan nicht den Besuch eines Derbys gegen den FSV Frankfurt oder das Duell mit den Kickers aus Offenbach entgehen lassen. Diese Spiele finden nicht nur selten statt, sie bringen i.d.R. meist auch viel Brisanz und damit eine besondere Atmosphäre mit sich, wobei klar ist, dass der FSV durch die jahrzehntelange Unterklassigkeit weder als ernsthafter Gegner noch dessen Fans als eine relevante Gruppe in Erscheinung treten. Selbst der derzeitige Erfolg des FSV mit einem Vorrücken bis auf Platz 4, direkt hinter die Bundesligaaufstiegsplätze, rührt Frankfurt wenig, so miserabel ist das Interesse für diesen Klub, wie anhand der Zuschauerzahlen am Bornheimer Hang abzulesen ist.

Als Eintracht-Fan sollte man auch den Riederwald, die Heimat der Eintracht, mal besucht haben (Sebastian Steiner, Sontheim). Um den Besuch des Eintracht-Museums kommt man nicht herum - hier wird man über die Historie des eigenen Klubs informiert und auch unterhalten. Dies wurde von den Umfrageteilnehmern sehr häufig erwähnt.

Nachfolgend nun weitere Meinungen zu der Frage, was ein Eintracht-Fan alles mal gemacht haben muss:

· "Mit der Eintracht Europa bereisen, aber auch in die zweite Liga gehen." (Alexander Reis, Dietzenbach)

· "Abstieg und Aufstieg erleben." (Tom Kleinert, Waldems)

· "Mal auf dem Rasen des Waldstadions gestanden haben." (Manuel Fritz, Wiesbaden)

· "Ein Trikot der SGE kaufen. Einen Schal der SGE kaufen." (Nikolaos Kaliampos, Heuchelheim)

Kategorie "Fortgeschrittene"

Es gibt aber auch noch mehr Dinge, die man tun kann, wenn einem das Bisherige noch nicht gereicht hat. Marcel Schmidt (Ostheim): erinnert beispielsweise an das Hüpfen zum Gesang "Wer nicht hüpft ist Offenbacher", während Sabrina Gerzabeck (Frankfurt) auf die klassische Gegebenheiten einer Auswärtsfahrt in Gesellschaft hinweist: "Anfahrt mit dem Bus in lustiger Runde mit Mitgliedern des eigenen EFCs und vielleicht auch einem anderen EFC erleben. Die Stimmung auskosten. Anschließend ein tolles Spiel unserer Mannschaft erleben und auf der Rückfahrt den Sieg feiern." Oder einfach mal die Bembelbar oder eine Veranstaltung in der Klapper 33 besuchen (Dennis Krupp, Brühl). Michel

Brandt-Pollmann meint, als Fan müssen man auch mal eine Durststrecke durchleben sowie leiden können; "eine Schönes-Wochenende-Auswärtsfahrt durchführen und stets bangen, ob man wohl den Anschlusszug erwischt."

Mitglied von Eintracht Frankfurt e.V. müsse man geworden sein, natürlich in der FuFA, schreibt Thomas Schuster (Usingen), ohne zu vergessen, den Besuch einer Veranstaltung der Reihe "Tradition zum Anfassen" im Eintracht-Museum noch aufzuzählen.

Hier weitere Ansichten:

· "Einmal eine Dauerkarte besitzen." (Julian Klein, Siegen)

· "Die Farben seines Vereins auch in fremden Ländern offen zeigen." (Oliver Stekovits, Frankfurt)

· "Er muss auf jeden Fall Apfelwein getrunken haben (...) Im Herzen von Europa und Schwarz Weiß Wie Schnee auswendig gelernt haben." (Kevin Kleine, Friedrichsdorf)

· "Bei Freundschaftsspielen dabei gewesen sein." (Daniela Abt, Schmitten)

· Mit den Amateuren auf Tour zu gehen. (Jürgen Perlich, Whangarei/Neuseeland)

· "Fahne/Banner/Doppelhalter malen" (Tom Kleinert, Waldems)

Kategorie "Sonderwünsche"

Spezielle Vorstellungen für das, was man als Eintracht-Fan getan haben muss, haben folgende Anhänger - je nachdem ob man regelmäßiger mit der Eintracht unterwegs ist oder nicht, kann man die Notwendigkeit des Erfüllens unterschiedlich hoch aufhängen, sprich: das muss man nicht von jedem Fan erwarten:

Christoph Stübbe denkt beispielsweise an den Besuch von Kultstätten wie beim St. Paul oder im Westfalenstadion und schließt dabei auch eine Mitgliederversammlung mit ein. Thorsten Brink (Erzhausen) nimmt für solche Kultstätten offenbar auch weite Anreisewege in Kauf und gibt den Fußabdruck von Uwe Bein in Saitama /Tokio an. Dort wird mit Sicherheit nicht jeder Eintracht-Fan hinkommen, um dann wirklich diese Erinnerungsstätte zu bestaunen.

Für manche Fans scheint ein Eintracht-Tatoo Pflicht zu sein - zumindest gaben dies viele Anhänger wie Florian Preußner (Hildesheim), Matthias Fleckna (Reinheim), Ingo Koridaß (Maintal), Mario Nickel (Frankfurt) Siegfried Endrikat (Kelkheim), Gabi Maas (Frankfurt), Boris Beinlich (Vilsheim) und Denis Müller (Gießen) an.

Andere gehen gedanklich in eine ganz andere Richtung und verbinden damit Aufgaben, quasi "im Dienste des Vereins", wie Christian Starker (Alzenau) beispielsweise anführt, man müsse den Verein vor dem derzeitigen Populismus und der Hysterie schützen und die Leute aufklären." Rainer Kleemann (Berlin) rät, darüber nachzudenken "ob es nicht Sinnvolleres gibt, als eigene Spieler auszupfeifen. Wer ernsthaft glaubt, jemand spielt absichtlich schlecht, dem sei hier der Spielertunnel bei einer Museumsführung empfohlen."

"Erfahren" und "Fühlen" sind die Stichworte, unter denen folgende Punkte stehen, die damit zu tun haben, dass man als Fan auch leiden muss: "Vor Freude und vor Trauer geweint zu haben.", sagt Jürgen Weyland (Darmstadt). "Bei -18 Grad im Stadion sitzen", hebt Alexander Mannel (Rüsselsheim) den Finger - das muss man mal mitgemacht werden - da wird sich der eine oder andere Leser schütteln. "Ein Eintracht-Fan muss einmal in seinem Leben in einem unfassbar unbedeutenden Block in einem unbedeutenden Stadion in einer unbedeutenden Stadt gestanden, die SGE sang- und klanglos verlieren gesehen und dann noch nach dem Spiel an die nächste Auswärtsfahrt gedacht und sich drauf gefreut haben!", meint Andreas Hans (Kronberg). Und wenn man mal nicht dabei sein kann: "Bei einem wichtigen Spiel verhindert sein, dann am Radio Fingernägel kauend mitfiebern und - wenn alles gut gegangen ist - wild jubelnd durch die Weltgeschichte springen - sehr zur Verwunderung der Anwesenden.", merkt Thomas Schuster (Usingen) an.

Persönliche Empfehlungen können wir auch weitergeben, wie:

· "Das Okocha-Tor gegen Kahn samt Kommentator bei vollster Lautstärke nachempfinden." (Raphael Wöllstein, Frankfurt)

· "Eine ganze Saison der Eintracht hinterherfahren." (Sebastian Gimpel, Biebergemünd) Und damit auch "die großen Stadien der Bundesliga mit der Eintracht gesehen haben." (Manfred Klug, Hünstetten) Oder wie mit dem Nordwestkurvenexpress die Sonderzüge erlebt zu haben. (Fabian Flade, Felsberg, und Raphael Wöllstein, Frankfurt)

· Fördermitglied des Eintracht-Museums werden. (Thomas Schuster, Usingen)

· Nach Mainz mit dem Schiff fahren. (auch Thomas Schuster, Usingen)

· Mitglied in einem Fanclub werden. (Anne Klemenz, Offenbach)

· Eine Stadionführung mitmachen. (Dominik Mathieu, Frankfurt)

· Im Eintrachttrikot schlafen. (Frank Schmitt, Burgsinn)

· Ein T-Shirt von einer Fangruppe kaufen. (Izudin Preljevic, Reichelsheim)

· Ein Auto mit dem Kennzeichen ..- EF 1959 fahren! (Florian Preußner, Hildesheim)

· Besuch der mit den Frankfurtern Ultras befreundeten Gruppierungen in deren Stadien in Mannheim, Innsbruck und Bergamo. (Marco Braum, Frankfurt)

Was wirklich zählt

Und was muss man nun wirklich tun? Oder geht es vielmehr um ein Verhalten? Holger Heiser (Heusenstamm) meint: "Ein Eintracht-Fan versucht, seine Mannschaft nach dem für ihn möglichen Mitteln zu unterstützen, OHNE dabei den Verein finanziell zu schädigen oder ihn in Verruf zu bringen." Roland Gerlach (Erlensee) schrieb: "Es hat jeder Fan ein Recht darauf, sein Wesen als Fan auf seine eigene Art und Weise zu interpretieren, solange er Grundsätze und Werte beachtet, die auch anderswo gelten, wie Respekt und Fairness. Andere allgemeingültige Voraussetzungen vermag ich nicht zu benennen."

Martin Hoffmann (Mörfelden-Walldorf): "Ein MUSS sollte es gar nicht geben. Jeder sollte sein Fan-Sein so ausleben wie es für ihn richtig ist. Nur den Adler im Herzen tragen das sollte selbstverständlich sein." Das eigentliche Schlusswort überlassen wir Tomislav Dautanac (Ginsheim-Gustavsburg): "Als Eintracht-Fan ist einzig und allein wichtig, den Verein zu lieben. Was er im Leben macht etc. hat nichts mit der Liebe zu seinem Fußballverein zu tun. Wir sind alle zum Glück verschieden, aber vereint bei der SGE."

Spaß-Antworten

Eigentlich wäre der Bericht mit dem vorherigen Absatz beendet, aber wir haben die gleiche Frage noch einmal gestellt, allerdings mit der Bitte, nur lustige, also nicht ganz ernst gemeinte Antworten zu geben. Hier nun also eine Auswahl an Antworten auf "Was man als Eintracht-Fan mal getan haben sollte":

· "Zu Paolos Pizzeria in Neu-Isenburg gehen." (Tobias Bein, Neu-Isenburg)

· "Eine Eintracht-Fahne im Garten gehisst haben." (Clemens Thamm, Alzey)

· "Eine Auswärtsfahrt nach Cottbus, mit den Geiselgangstern, im RMV-Bus." (Dirk Basler, Obertshausen)

· "In der Schatzkammer von Real Madrid den Pokal mit unserm Namen drauf bestaunen." (Veronika Tesanovic, Frankfurt)

· "Stundenlang am überfüllten Bahnhof warten und zusehen wie die S-Bahn am anderen Gleisen einfährt." (Daniel Kazdal, Mainz)

· "Generell lustig sind immer die Fahrten, sei es im Zug oder im Bus, wenn Gummipuppen oder ähnliche Schweinsdinge dabei sind." (Daniel Geyer, Frankfurt)

· "Das Spielfeld des Waldstadions als Driving Range nutzen." (Heiner Sanders, Rödermark)

· "Mit dem Adlerschoppen durch die Düsseldorfer Altstadt rennen und Fortunas-Fans die leere Dose (mehrfach) verkaufen." (Marco Braum, Frankfurt)

· "Während und nach dem Spiel in der Kabine bei den Jungs zu verbringen." (Felicitas Bunke, Friedrichsdorf)

· "Sex im Stadion" (Julian Klein, Siegen)

· "Autogramm von Peter Fischer erhaschen." (Sebastian Sobota, Mainz-Kastel)

· "Seinen Christbaum am Riederwald selbst fällen und nur mit Fanartikeln schmücken." (Frank Schmitt, Burgsinn)

· "Sich nackt in Eintrachtfansachen fotografieren lassen." (Christian Braune, Hofheim)

· "In der Kirche im Stadion heiraten." (Bernhard Pingel, Egelsbach)

· "Die schöne Stadt Konz besuchen..." (Steffen Klug, Bad Soden-Salmünster)

· "Einen Ebbelwoi mit Fr. Rauscher trinken." (Christian Adelmann, Butzbach)

· "Einmal im Museum (...) den Horst Ehrmanntraut Stuhl angebetet haben." (Matthias Vogt, Kefenrod)

· "Koksen im 40er Block." (Mario Nickel, Frankfurt)

· "Er sollte wenigstens EINMAL am Mittelkreis des Hauptfeldes in einem Zelt übernachtet haben, möglichst an einem runden Geburtstag der Eintracht." (Roland Gerlach, Erlensee)

· "Am Strand des Ostseebades Prerow eine Schalkefahne vergraben und stattdessen, während die S04-Meute im Wasser ist, die Eintrachtfahne in deren Sandburg stecken." (Rainer Kleemann, Berlin)

· "Fan geht vor verkauft haben. Im Regen!" (René F. Franke, Wiesbaden)

· Eine für den verhassten Gegner stehende Voodoopuppe malträtieren... (Gabi Maas, Frankfurt)

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