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Skandale und Skandälchen aus der Zeit der ersten 100 Ausgaben (1991 - 2001)

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Die Eintracht wird seit Jahren von großen und kleinen Skandalen begleitet. Auch in der Zeit, seit der Fgv existiert, war das nicht anders. Einige Vorfälle, die zum Teil aber auch nicht direkt die Eintracht betreffen, sind dabei durch Fgv bekannt geworden.


(jh) Hier nun ein Großteil der Skandale, die während der zehn Jahre bzw. 100 normalen Fgv-Ausgaben bekannt geworden sind. Dabei ist klar, daß viel mehr "Geschichten" gar nicht ans Licht gekommen sind. Auch Fgv hat vor allem in den letzten Jahren darauf verzichtet, über teilweise schwerwiegende Vorkommnisse zu berichten, um dadurch in jedem Fall entstehenden Schaden für Eintracht Frankfurt zu vermeiden. Davon profitieren in zwei Fällen beispielsweise ein erst kürzlich zurückgetretener Vizepräsident und in einem Fall ein früherer Vizepräsident und Sportmanager. Aber auch zur "heutigen Zeit" schweigen wir über uns bekannte Sachverhalte, die weder dem Aufsichtsrat noch z.B. der Mediendirektion bekannt sind. Da blieb doch immer die Hoffnung, daß sich in Frankfurt endlich mal etwas ändert, aber bedauerlicherweise scheint dies mehr ein Wunschtraum zu sein.

1991

Ach, wenn doch alle Skandale nur so (relativ) harmlos wären: Nach dem 2:0 von Falkenmayer und Bein beim letztendlichen 2:2 gegen den 1. FC Nürnberg wird eine Feuerwerksrakete auf das Spielfeld geschossen. Die Polizei konnte die Täter schnappen. Es handelte sich um zwei Spieler der Eintracht-B-Jugend, die kurz zuvor die letzte deutsche Fußballmeisterschaft der Eintracht geholt hatte. Die Namen wurden geheim gehalten. (Fgv Nr. 1 / Oktober 1991)

1992

Von einer Putzfrau wird in einem Papierkorb die Gehaltsliste der Amateur-Mannschaft gefunden und daraufhin bekannt. Die Gehälter kommen an die der Profis ran.

Am Abend vor dem entscheidenden Spiel um die Meisterschaft in Rostock zogen sich die Spieler des Tabellenführers in Grüppchen zurück. Scheinbar hatte man den Gegner unterschätzt und zu viele alkoholische Getränke zu sich genommen. Am nächsten Morgen traf man neben Lizenzspielerbetreuer Rainer Falkenhain mehrere Spieler (auch Nationalspieler) im kreidebleichen Zustand an. Ein langjähriger Eintracht-Angestellter und ein die Eintracht seit Jahren begleitender, vertrauenswürdiger Journalist bestätigten dies. Nach dem Meisterschafts-Aus wurde auf dem Rückflug weitergefeiert, wobei dies so heftig verlief, daß sich mehrere Spieler übergeben haben. Nach der Landung wurde auch noch im Frankfurter Sheraton weitergefeiert. Der beurlaubte Ex-Manager Gerster erscheint und wird von Präsident Ohms rausgeschmissen. (Fgv Nr. 70 / Dezember 1998)

Das Finanzamt ermittelt gegen mehrere Eintracht-Spieler inkl. Möller und Yeboah, aber auch gegen die Eintracht. Yeboah-Berater Leukel wird zu anderthalb Jahren auf Bewährung verurteilt. Für die Eintracht ist das Thema Finanzamt erst sechs Jahre später beendet, wenn sich das Finanzamt und der spätere Schatzmeister Patella für Beanstandungen der Steuerbehörde an Verträgen und Vorkommnissen um elf Spielern (!) aus der Zeit bis 1996 auf eine Abschlagszahlung einigen, wobei die Behördenvertreter der Eintracht noch entgegen kommen (Letzeres war bisher nicht bekannt und ist Fgv exklusivin dieser "Best of"-Sonderausgabe)

Andreas Möller zieht gegen Hölzenbein vor Gericht. Im Vertrag hatte man sich auf eine 5 Mio DM-Abschlagszahlung seitens Möller geeinigt, falls dieser vor Vertragsende die Eintracht verlasse. Möller ging, wollte aber nicht zahlen. Erst 1995 endet der Prozeß mit einem Vergleich, nach dem die Eintracht statt der 5 Mio DM plus geforderter 2 Mio DM Zinsen nur 2,5 Mio DM bekommt.

1993

Jung-Spieler Michael Anicic sorgt trotz nur eines Bundesligaeinsatzes für Negativschlagzeilen - in einem kosten-losen Anzeigenblättchen läßt er sich nackt ablichten. (Fgv Nr. 15 / Mai 1993)

Yeboah werden für die Vertragsverlängerung 2 Mio DM auf ein Auslandskonto überwiesen. Das Thema "Verdeckte Gehaltszahlungen im Fall Yeboah" zieht sich bis Frühjahr 2001 hin. Dann wird Yeboah zu einer Strafe von 360.000 DM wegen Steuerhinterziehung verurteilt (sein Anwalt fordert sogar 973.000 DM Gehaltskosten für den Gerichtsprozeß). Auch Hölzenbein wird verurteilt - bei ihm drückt das Gericht aufgrund seiner schlechten finanziellen Situation ein Auge zu - er kommt mit sieben Monaten Haft auf Bewährung und 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit davon. Ex-Schatzmeister Knispel muß 15 Monate Bewährungsstrafe und 100.000 DM hinnehmen, Ex-Yeboah-Anwalt van Berk erhält ein Jahr Bewährungsstrafe und 600 Stunden gemeinnützige Arbeit. (u.a. Fgv Nr. 93 / März 2001)

Christoph Daum hatte es mit dem VfB Stuttgart gegen Leeds United bereits geschafft: einen Ausländer zu viel eingewechselt. Unter Horst Heese passierte dies in Uerdingen mit der Einwechslung von Marek Penksa für den im Gesicht blutverschmierten Slobodan Komljenovic auch der Eintracht. 5:2 gewonnen und doch 0:2 verloren und damit endgültig im Kampf um die Meisterschaft unterlegen. Rainer Falkenhain hatte für die Zeit des Heese-Trainer-Engagements die Aufgabe, darauf zu achten, daß nicht zu viele Ausländer auf dem Platz stehen ... und paßte nicht auf. Heese war in der Öffentlichkeit der Buhmann - auch in Fgv, nachdem er unhöflicher Weise auf einen ihm übermittelten Interviewwunsch nicht einmal reagierte. Anjo Scheel, für die damals aktuelle Fgv-Ausgabe V.i.S.d.P. begann sein Vorwort mit den Worten "Ich schäme mich, Fan eines Vereins zu sein, dessen Trainer Horst Heese ist." Anjo, damals Fansprecher der organisierten Fanclubs, mißfiel vor allem, daß Heese, seinen Fehler nicht einmal eingestand und forderte - unterstützt von zahlreichen Anhängern - für die rund 400 nach Krefeld gereisten Eintracht-Fans rund 18.000 DM für Fahrt und Eintritt zurück - der kommt dem nicht nach. - Später geschieht Heese das Mißgeschick als Landesliga-Trainer ein zweites Mal. (Fgv Nr. 15 / Mai 1993)

Nocheinmal zur Heese-Affäre. Natürlich wurde in Fgv kritisch gegenüber Heese argumentiert. "Horstiboy, Du Blinder!" schrieb Redakteur Rainer Wohlgemuth in seinem Spielbericht. Für Heese war die Kritik und die emotional fast nachvollziehbare Wortwahl ("Blinder") zu viel - er zog gegen Fgv ins Feld und wurde vollkommen am Thema vorbei ausfällig: "Was Scheel betreibt ist Aufruf zum Terror. Es erinnert mich zum Teil an das 3. Reich, an Volksverhetzung und dieses Heft an den Völkischen Beobachter." Dieses und andere Kommentierungen waren in zahlreichen Zeitungen nachzulesen - nur Fgv hatte wohl niemand gelesen - die geäußerten Vorwürfe fanden sich nämlich nicht in Fgv wieder. Zu allem Überfluß meinte Heese später, das Zitat stamme gar nicht von ihm. Eine gewünschte Aufarbeitung seitens Fgv mit Heese und einem Präsidiumsvertreter wurde abgelehnt. Zu allem Überfluß sagte die Eintracht auch noch die Fanclubmeiterschaft ab.(Fgv Nr. 15/16 / Mai/Juli 1993)

Es stand groß auf dem Titelbild der Fgv: "Skandal. Bundesbahn schröpft Fans" Die Bahn hatte veranlaßt, daß Fußball-Fans der Eintracht und von Mainz 05 keine normalen Gruppenermäßigungen mehr bekommen dürften. Fgv forschte nach, der Fansprecher protestierte, mit Erfolg - schon zwei Monate später konnte Entwarnung gegeben werden. (Fgv Nr. 18/20 / September/November 1993)

1994

Beim Europapokalauswärtsspiel in Wien gegen Austria Casino Salzburg zeigt sich das österreichische Publikum als allgemein haßerfüllt gegenüber Eintracht und Eintracht-Anhängern und zudem besonders ausländerfeindlich. Anthony Yeboah wird von mehr als dem Großteil des Publikums von UUH-UUH-Urwaldgeräuschen begleitet. Die Frankfurter Fans verlangen danach eine Entschuldigung des Vorstandes der Salzburger. In großflächigen Anzeigen in Zeitungen Österreichs wird zudem von Frankfurtern auf diesen Vorfall hingewiesen. (Fgv Nr. 23/24 / März/April 1994)

Unruhe in der Mannschaft. Stein kritisiert die mangelnde Einsatzbereitschaft seiner Mitspieler und wird dabei wohl auch beleidigend. Er behauptet, beeinflussen zu können, dass Mitspieler nicht mehr aufgestellt werden können. Toppmöller widerspricht dem nicht und nennt Stein seine "rechte Hand", was Hölzenbein mißfällt - Stein darf seiner Meinung nach nicht diesen Einfluß haben und soll sich aus der "Vereinspolitik" heraushalten. Vor der versammelten Presse werden alle Spieler einzeln hintereinander ins Präsidiumszimmer bestellt und dort zu Hintergründen befragt. Ergebnis: Der quasi immer vorbildlich kämpfende Uli Stein und Trainer Toppmöller werden beurlaubt. Auf Seiten der Fans formiert sich eine Protestwelle. (Bei Fgv kommt es zu einem Leserbriefrekord) Viele Eintrittskarten für das bevorstehende Auswärtsspiel werden zurückgegeben. (Fgv-Sonderblatt Nr. 24½ vom 16. April bzw. Nr. 25 / Mai 1994)

14. November: Jahreshauptversammlung. Zitat Matthias Ohms: "Es gibt bei Eintracht Frankfurt nichts zu verbergen, denn wir machen saubere Geschäfte." (Fgv Nr. 30 / Dezember 1994)

Eine Woche vor dem Heim-spiel gegen den SSC Neapel verkündet Lizenz-spielerbetreuer Rainer Falken-hain auf einer Pressekonferenz, das Spiel sei ausverkauft. Tat-sächlich bleiben trotz Steh-platzeinschränkung ca. 11.000 Karten übrig. Der Schaden soll bei ca. 360.000 DM liegen. Später versucht Falkenhain, sein "Mißgeschick" auf eine Geschäftsstellenmitarbeiterin abzuwälzen bzw. die Aussage zu leugnen - obwohl doch die gesamte Frankfurter Presselandschaft anwesend war. (Fgv Nr. 30/31 / Dezember 1994/März 1995)

Der "Erotik-Poster"-Skandal: Matthias Ohms bekommt Probleme durch seinen Lebensstil. Mehrfach werden in seinem Haus Parties mit Personen aus der Rotlicht-Szene veranstaltet - teilweise ohne seine Anwesenheit. Dabei werden auch Eintracht-Unterlagen aus dem Safe geklaut, mit denen Ohms dann auch erpreßt wird. Personen aus dem Boulevard-Journalismus wird dazu eine Geschichte angeboten - doch erst beißt niemand an. Dann greift das Magazin Tango zu und bringt die "Geschichte". Zu lesen sind teilweise völlig abwegige Beschreibungen, u.a. daß Hölzenbein in Florida am Strand Hausfrauen auf Küchenstühle fesseln und dann "vernaschen" würde. Diese Reportage konnte wirklich niemand ernst nehmen. Entsprechend hat das Fgv-Team eine Tango-Satire-Idee, und fotografiert einen Stuhl, an dem zerrissene Stricke und ein BH hängen und der mit die Bezeichnung "Modell Florida" trägt. Das Foto trägt den Namen "Erotik-Poster, KSK: ab 18". Womit keiner rechnet: Die Eintracht-Führung sieht die Chance, sich dem kritischen Fanclub-Organ zu entledigen. Die überraschende Reaktion der Eintracht ist ein Brief mit dem Kommentar, das Poster "spricht im Prinzip für sich." Der Verkauf von Fgv im Waldstadion und Riederwald wird untersagt, die Versendung von Fgv an die Fanclubs eingestellt. Nach dem Brief zeigt die Eintracht keine Gesprächsbereitschaft. (Fgv Nr. 30/31 / Dezember 1994/März 1995)

Heynckes gerät mit Yeboah, Okocha und Gaudino aneinander - Yeboah und Gaudino müssen gehen, Okocha darf bleiben. Später zeigt sich im Fgv-Interview mit Okocha, daß u.a. Missverständnisse bestanden. (Fgv Nr. 31 / März 1995 sowie Fgv exklusiv in Nr. 40 / Dezember 1995)

1995

Fgv-Redakteur Tom Gehrmann nennt Jan Furtok im Eintracht-Turin-Spielbericht einen "Schwachmatiker" - Ralf Weber kritisiert dies in einem Leserbrief - zurecht, das hätte nicht passieren dürfen und soll hier auch nicht verschwiegen werden. (Fgv Nr. 31/32 / März/April 1995)

Maurizio Gaudino ist des Verdachts der Auto-Hehlerei ausgesetzt und wird nach einem Auftritt bei Gottschalks Late-Night-Show verhaftet und auch später verurteilt.

Okocha erhält bei Vertragsverlängerung einen "zinslosen Kredit" über 580.000 DM, der auch nach seinem Wechsel nach Istanbul nicht zurückgezahlt wird, obwohl dies bei den Ablöseverhandlungen mit den Türken als Dreiecks-Deal vereinbart wird.

Obwohl die Eintracht 1988 wegen des Verhandelns mit einem nicht-lizenzierten Spielerberaters eine Geldstrafe an den DFB zahlen mußte und seitdem vorbelastet ist, wird mit nicht-lizenzierten Spielerberatern weiterverhandelt.

Das Spiel der Eintracht-Amateure in Sandhausen wird nach 20 Minuten beim Stand von 0:0 abgebrochen, weil ein Eintracht-Fan unbegreiflicherweise eine Bierdose an den Kopf eines Linienrichters wirft und diesen verletzt. Erfreulicherweise gibt es später ein Wiederholungsspiel. Der Täter entschuldigt sich bei allen Beteiligten. (Fgv Nr. 38/41 / Oktober 1995/Februar 1996)

1996

Während größter Abstiegsgefahr erklärt Matthias Ohms auf einer Pressekonferenz, der Vertrag mit Trainer Charly Körbel würde verlängert werden, der Vertrag würde auch ohne Unterschrift per Handschlag gelten - zwei Tage später entläßt Ohms Körbel aus dessen Amt. Hölzenbein und Ohms treten in der Öffentlichkeit nachweislich mit Lügen auf - die Frankfurter Allgeme-ne Zeitung bezeichnet beide daraufhin als Heuchler. (Fgv Nr. 43 / April 1996 bzw. Fgv-CD "Sounds of Frankfurt" von 1999)

Im ersten Zweitliga-Heimspiel gegen Zwickau ist der Andrang größer als die Eintracht-Führung gedacht hat. Es stehen nicht genügend gedruckte Stehplatzkarten zur Verfügung - viele Fans werden bis 40 Minuten nach Spielbeginn vor den Stadiontoren festgehalten und erst dann (kostenlos) hereingelassen. Die Schuld wurde Geschäftsführer Romeiko in die Schuhe geschoben. Im Fgv-Interview äußert Romeiko die Vermutung, es handle sich um eine gesteuerte Aktion gegen ihn. (Fgv Nr. 47 / September 1996)

Nach dem Rückzug Hölzenbeins werden Quittungen über 75.000, 60.000 und 30.000 DM mit den Vermerken "Schmiergeld" und "Spielbeobachtungen" gefunden. Auch dies wird unter den Teppich gekehrt. Bekannt wird zudem, daß für den Böhme-Transfer neben einer Ablöse von 29.000 DM auch noch 175.000 DM Provision an "Unbekannt" gezahlt wurden. (Fgv Nr. 48 / Oktober 1996)

Der Maulwurf hat zugeschlagen: Die Sportbild veröffentlicht die komplette Gehaltsliste der Eintracht-Profiabteilung. Interessant: Betreuer Falkenhain verdient mehr als Co-Trainer Berndroth.

Autogrammkarten-Betrug: Ein Computer zeichnet die Autogramme der Eintracht-Spieler. Peinlich!

Der neue Präsident Otto ist nur 35 Tage im Amt, Schatzmeister Bernd Thate nur 7 Tage - dann schmeißen beide das Handtuch, fühlen sich überfordert: "Die Eintracht ist nicht mehr zu retten". (Fgv Nr. 50 / Dezember 1996)

Nach seiner Entlassung feiert Stepanovic mit seinen Spielern. Die Zeche will keiner zahlen - als eine Klage droht, sammeln die Spieler.

1997

Laut einer DFB-Auflage müssen Neuzugänge fremdfinanziert werden. So verpflichtet sich u.a. Verwaltungsrat Ehinger, für den Transfer von Westerthaler 100.000 DM beizusteuern, tut es aber nicht - der Verein muß zahlen - ein Auflagenverstoß!

1998

Fgv veröffentlicht einen Anmeldebogen zur rhythmisch-musikalischen Erziehung mit dem staatlich geprüften Musiklehrer Matthias Ohms (ohne Adressangabe). Den Spaß versteht dieser M. Ohms nicht, als er irgendwie davon erfährt. Er fordert eine Gegendarstellung, daß er nicht der Ex-Präsident der Eintracht ist. (Fgv Nr. 60/61 / Februar/März 1998)

Fußball-WM in Frankreich. Doch die Fußball-Fans werden abgezockt. Die Karten gehen vor allem an Sponsoren. Nur wenige Karten gelangen in den freien Verkauf. Dafür gibt es einen organisierten Schwarzmarkt, auf dem horrende Preise gezahlt werden müssen - es stellt sich heraus, daß Fußball-Funktionäre darin verwickelt sind. (Fgv Nr. 65/66 / August 1998)

Verkaufsverbot für Fgv-Ausgabe Nr. 65/66 im Fanshop am Riederwald. Auf der letzten Seite wird ein Comic aus dem Satire-Magazin Titanic abgedruckt, das auch schon in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu betrachten war - zu sehen sind Eintracht-Anhänger, die mit Knüppel bewaffnet hinter einer Ecke auf Hitler warten, der mit Bayern-München-Fahne auf die Ecke zuläuft. Dazu ist der Gesang "Ihr seid Bayern, wir sind Hessen, was wir scheißen, müßt ihr fressen ..." zu vernehmen. Per Notiz - ohne nachzufragen - wird ein Verkaufsverbot mitgeteilt, die beiden großen Zeitungen erhalten keine Reaktion. Die Eintracht begründet ihren Schritt damit, daß man sich der vermittelten Botschaft nicht anschließen könne - daß die vermittelte Botschaft die Distanzierung von rechtslastigen Tendenzen ist, haben die Eintracht-Verantwortlichen nicht wahrgenommen. Bedauerlich. Später dringt durch, Vizepräsident Lämmerhirdt hätte sich darüber aufgeregt, daß in dem Comic "Bayern München" Gefahr droht ... (Fgv Nr. 65/66/67 / August/September 1998)

Urs Güntensperger ist nicht zum Trainingsstart zur neuen Saison gekommen. Er sitzt in der Schweiz eine dreimonatige Gefängnisstrafe ab, die er noch vor seinem ersten Antritt bei der Eintracht aufgrund eines Verkehrsdeliktes auferlegt bekommen hat. Obwohl vorher bekannt war, daß Güntensperger bei einer Rückkehr in sein Heimatland diese Strafe nachzuholen hat, stellt sich Präsident Heller unwissend und erzählt, Güntensperger wäre noch zu Reha-Maßnahmen in Basel. Nachdem die Wahrheit bekannt wurde meint Heller, die Eintracht wolle ihm helfen. Tatsächlich wird ihm die Kündigung geschickt. Als der Schweizer trotzdem zurück kommt, mittrainiert und Ehrmantraut ihn nominieren will, gesteht Heller, daß Güntensperger gar nicht mehr versichert ist. (Fgv Nr. 68 / Oktober 1998)

Der FFH-Skandal. Der Radiosender FFH will besonders lustig sein und verkündet am Tag vor dem Bayern-Spiel, das Spiel sei wegen des Wetters einen Tag vorverlegt worden. Um besonders authentisch zu wirken, wird eine angebliche Live-Reportage eingeblendet. Erschreckte Kartenbesitzer machen sich auf den Weg in Richtung Stadion, andere legen die Telefonzentrale der Eintracht lahm (und sorgten damit für unnötige Zusatzkosten), wiederum andere zerreißen vor Wut oder Enttäuschung ihre Karten. (Fgv Nr. 70 / Dezember 1998)

Vize Lämmerhirdt wird für Fgv Nr. 70 interviewt und kritischen Fragen ausgesetzt. Er läßt sich das wortgetreu abgeschriebene Interview vorlegen, läßt Fragen und Antworten, die ihm nicht besonders gefallen, streichen und Antworten abändern. Zum von ihm freigegebenen und dann veröffentlichten Text erzählt er, er sei falsch wiedergegeben worden. (Fgv exklusiv in Fgv Nr. 87 / August 2000)

Für viele der Skandal schlechthin: Aufstiegstrainer Ehrmantraut wird entlassen - die Presse schreibt von Intrigen gegen den Mann, der so viele Macken hat. Tatsache ist daß der Aufsichtsrat um Ehinger und Vize Lämmerhirdt mit einem wiederholten Vorstoß Erfolg hat, Heller überrollt und Ehrmantraut Anfang Dezember gehen muß. (Fgv Nr. 70/71 / Dezember 1998/Februar 1999) Zum Zeitpunkt der Entlassung Ehrmantrauts existierte längst ein Vertrag mit Nachfolger Fanz - bereits im Oktober wurde vertraglich vereinbart, daß Fanz neuer Eintracht-Trainer werden würde, wenn Ehrmantraut entlassen sei. (Fgv Nr. 82 / Februar 2000)

Um die Eintracht-Gaststätte am Riederwald lukrativer zu verpachten, wird der bisherigen Pächterin, Tochter von Eintracht-Meisterkapitän Alfred Pfaff, durch Lämmerhirdt gekündigt - der Gaststättenbetrieb wird danach nicht mehr aufgenommen.

1999

Vizepräsident Lämmerhirdt taucht mit seiner Familie auf der Nichtabstiegsfeier der Mannschaft und des Trainers auf, obwohl man ihn dort nicht haben wollte - er war ausdrücklich nicht eingeladen worden. Dort redet er Heller und Patella schlecht ("Der hat eh keine Ahnung!") und macht sich über sie lustig. - Die Verwaltungsräte Maul und Schiedermair konfrontieren Heller am 7. Juli im Bornheimer Ratskeller mit ihrem Plan: Patella und Lötzbeier müssen weg, Heller soll Vizepräsident werden, Ehinger Präsident. Zu dem Zeitpunkt klappert Ehinger Journalisten ab, um ihn dabei zu unterstützen, find aber keinen Zuspruch. (Fgv Nr. 82 / Februar 2000)

Die Verwaltungsräte Ehinger und Maul setzen alles daran, mit dem Vermarkter ISPR einen Vertrag abzuschließen. 10 Mio DM kommen dadurch in die Eintracht-Kasse, doch schon kurz danach ist die Kasse vor allem durch Spielereinkäufe leer. Durch die späteren Verantwortlichen (Leben und der Verwaltungsrat unter Ehinger) werden buchungstechnisch noch heute umstrittene Änderungen vorgenommen, deren Anerkennung von Wirtschaftsprüfern unterschiedlich gesehen wird, um nicht zu sagen: höchst umstritten ist.

Es ist kein Skandal, aber letztlich doch eine krasse Fehlentscheidung, die ausnahmsweise hier aufgelistet sein soll: Heller hat die Wahl zwischen Asamoah (4 Mio Ablöse) und Salou (7 Mio Ablöse + jährlich 3 Mio DM Gehalt) und entscheidet sich für Salou. Der fühlt sich nur wohl, wenn er Spaß beim Training hat - mit der Verpflichtung von "Quälix" Magath ist der Nutzen eines Salous für die Eintracht automatisch vorbei. (Fgv exklusiv / diese Best of-Ausgabe)

Die Frau von Verwaltungsrat Ehinger tönt beim "100 Jahre Ball" in der Alten Oper zu ihrem Mann: "Jetzt machst Du mit den beiden Flaschen weiter" - gemeint sind Heller und Patella. (Fgv Nr. 80 / November 1999)Über den Nachwuchs-Journalisten Thiemo Müller werden dem populären Gaetano Patella von Verwaltungsrat Ehinger und Mitstreitern falsche Aussagen in den Mund geschoben. Man erreicht das, was man wollte: Patella fühlt sich in seiner Ehre verletzt und tritt zurück, nachdem er kurz zuvor bereits vom Schatzmeister-Posten auf einen Vizepräsidenten-Posten ohne festgelegten Aufgabenbereich geschoben wurde. Müller verbessert sich zum Kicker und berichtet erst einmal von Spielen des VfL Wolfsburg. (Später, nachdem "Gras über die Sache gewachsen ist, kommt er wieder nach Frankfurt). Die Frankfurter Allgemeine Zeitung spricht von Mobbing bzw. der Politik der kleinen Nadelstiche gegen Patella. Mit Patella geht eine Menschlichkeit, die dieser Verein bisher nicht kannte. (Fgv Nr. 80 / November 1999)

2000

Das Jahr beginnt mit einer Inszenierung. Regelrecht nach Plan wird Heller demontiert, Verwaltungsrat Maul tritt "plötzlich" mit einer vorher fertig verfaßten Rücktrittserklärung ab und kommt einem eingereichten Abwahlantrag der Mitglieder gegen ihn zuvor. Mit Unwahrheiten wird weiter gegen Heller Stimmung gemacht (sehr empfehlenswert ist der große Bricht in Fgv Nr. 82). Ehinger und Schatzmeister Leben geben gezielte Informationen an Journalisten weiter, obwohl Stillschweigen vereinbart wurde. (Fgv Nr. 82 / Februar 2000)

Schatzmeister Leben gibt wenige Tage vor der ordentlichen Mitgliederversammlung mehrere Auflagenverstöße vor der Presse zu. Dies führt zu Strafen des DFB inkl. eines 2-Punkte-Abzugs. Statt Alternativen zu präsentieren zeigt er nur einen möglichen Weg aus der finanziellen Krise auf, der die Eintracht in große Abhängigkeit eines "strategischen Partners" bringt. (Fgv Nr. 82 / Februar 2000)

High Noon bei der Mitgliederversammlung. Die wird von einem parteiischen (deutlich wahrzunehmen) Versammlungsleiter Weintraud geleitet - die Presse meint später, den Titel "Ehre" aus "Ehrenrat" hätte er nicht verdient. Heller tritt zurück. Lämmerhirdt kündigt seinen Rücktritt an, für den er letztlich eineinhalb Jahre braucht. Um das Leben-Konzept durchzubekommen wurde den Mitgliedern trotz Protesten das Konzept in seiner Gesamtheit zur Abstimmung vorgelegt - Leben stellte sinngemäß klar: Annehmen oder Sterben. Ein Abwahlantrag Ehingers wurde mit der Drohung der restlichen Verwaltungsratsmitglieder gestoppt, dass alle zurücktreten würden und damit den Verein vor den wichtigen Lizenz- und Verhandlungsgesprächen handlungsunfähig machen würden. - Ehinger läßt sich von seinen Mitstreitern feiern. (Fgv exklusiv in Nr. 82/83 / Februar/März 2000)

Der Maulwurf schlägt wieder zu und gibt einen vertraulichen Brief des DFB an die Eintracht an den Kicker weiter, der diesen abdruckt - Thema des Briefs: DFB-Auflagen, gegen die laut falscher Kicker-Interpretation verstoßen wurde (Fgv Nr. 85 / Mai 2000)

Enthüllung zum Nivel-Prozeß (Tat gegen den Polizisten Daniel Nivel in Lens bei der WM 1998): Der Kronzeuge Mathiak identifiziert den Hooligan Zawacki als Täter, dessen Sozialarbeiter er zuvor war und den er als "Täter-Zeitbombe" eingestuft hat, sich aber doch nicht mit ihm auseinander gesetzt hat. Der Kronzeuge hat versagt, hat quasi Mitschuld. Und dann soll er vom DFB für seine Zeugenaussage mit einem DFB-Fanbeauftragten-Job belohnt werden. Die Ergebnisse dieser Nivel-Untersuchung wollte der DFB verhindern. (Fgv exklusiv in Fgv Nr. 86 / Juni 2000)

Der neue Brandschutzbeauftragte für das Waldstadion erläßt ein Choreographie-Verbot für das Waldstadion - dünne DIN A3-Pappkartons seien zu feuergefährlich - nach 14 Tagen wird das Verbot gegen "Ankündigungsauflagen" zurückgenommen. (Fgv Nr. 89 / Oktober 2000)

2001

Octagon will mit einer Verpflichtung von Lothar Matthäus den Markennamen Eintracht bekannter machen und berücksichtigt nicht, daß Matthäus das Feindbild in Frankfurt ist. Eine gigantische Protestwelle tritt dem entgegen. Sportdirektor und Interims-Teamchef Dohmen erklärt, diese Proteste müsse man übersehen. Matthäus sagt schließlich ab (Fgv Nr. 93 / März 2001)

Wieder veröffentlicht die Sportbild Verträge von Eintracht-Aktiven. So wird bekannt, dass Bulut unabhängig von der Länge seines Aufenthalts bei der Eintracht alleine jeden August 600.000 DM Vorschuß einkassiert. Der Maulwurf ist weiter unbekannt. (Fgv Nr. 95 / Mai 2001)

Während der überforderte Dohmen alles schön redet und die Spieler keine Einsatzbereitschaft zeigen, protestieren die Fans. Bei einer Sitzblockade in Freiburg versucht AG-Chef Jedlicki, mit einem Eintracht-Wimpel voller Autogramme die Blockade aufzulösen. Pressevertreter stellen friedliche Proteste als Ausschreitungen dar und verursachen damit, dass bei den folgenden Spielen szeneunbekannte Jugendliche "mal auf die Pauke hauen wollen" bzw. bei den traditionell schon brisanten Spielen in Kaiserslautern und Darmstadt Hooligans angelockt werden.(Fgv Nr. 95/96 / Mai/Juni 2001)

Nach einem Jahr AG ist die Eintracht abgestiegen und wirtschaftlich wieder am Boden (trotz 50 Mio DM "Einlage") - Dohmen muß gehen, Vereinspräsident Fischer darf sich nicht mehr zur Eintracht äußern, die Mitglieder werden somit fast mundtot gemacht. (Fgv Nr. 97 / August 2001)

Die Eintracht hat sich keine Gedanken um Datenschutz gemacht und verstößt bei einem im Sommer an die Dauerkarteninhaber geschickten Fragebogen gegen Datenschutz-Richtlinien, was dazu führt, daß das Regierungspräsidium Darmstadt "auf der Matte steht". (Fgv exklusiv / diese Best of-Ausgabe)

Fortsetzung ist garantiert.

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