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Buchvorstellung "Ob Rom, Mailand oder London" - über Europapokal-Erlebnisberichte der Eintracht-Fans seit 1959

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„Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ Darauf basiert dieses Buch – und zu erzählen hatten die reisefreudigen Eintracht-Anhänger eine ganze Menge.

 

„Hört Ihr, wie der Donner halt, das ist die Eintracht vom Riederwald“, wurde 1960 von den Eintracht-Anhängern angestimmt, als sie sich auf die Reise ins ferne Schottland machten, wo die Eintracht gegen Real Madrid um die europäische Krone im Vereinsfußball antreten sollte. In der Kneipe von Alfred Pfaff wurde zuvor ein Lagezentrum aufgezogen, in dem alle Reiseangebote mit Flugzeug, Zug bzw. Bus einzusehen waren – auch jenes, das die Anreise per Schiff über Main, Rhein und Nordsee beinhalten sollte...

1972 reiste der Eintracht-Anhang nach Liverpool an die Anfield Road, dem bisher einzigen Pflichtspieltermin an dieser Kultstätte. Hier dominierten im Stadionrund die von den Engländern angestimmten Beatles-Lieder, gegen die es für die Hessen kein Durchdringen gab.

Immer wieder waren die Reisekosten für Fans eine Herausforderung, die es zu bewältigen gab – erst recht, wenn gleich mehrere internationale Auftritte aufeinander folgten. Es wurde zunehmend interessanter, Fahrgemeinschaften zu bilden. Für Übernachtungen in Hotels blieb teilweise kein Geld übrig – aber wenn es das Schicksal wollte, dann läuft einem nach dem Spiel in Monaco der Spieler Bernd Nickel über den Weg, der zum Rückflug mit der Mannschaft einlädt – nichts ist unmöglich!

Die Mitreisenden sind häufig für eine Überraschung gut, so beim Trip nach Kiew, wo sich zwei ältere Herren als frühere Soldaten entpuppen, die am Zielort einst gekämpft hatten und nun das Eintracht-Spiel als Gelegenheit wahrnahmen, sich die Stadt neu anzuschauen. Die Ostblockreisen waren früher ohnehin ein Thema für sich: Sightseeing gehörte dazu und die Anreise per Flugzeug in die Sowjetunion musste per Umstieg in Moskau absolviert werden. Man konnte aber auch über z.B. Helsinki und St. Petersburg per Zug einen dann eben noch längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen. Dafür konnte man vor Ort immer günstig einkaufen.

Was macht man, wenn man kurz vor Spielbeginn im städtischen Stau feststeckt und kaum ein Vorankommen möglich ist? Nicht jeder kennt sich schließlich im Ausland aus bzw. verlässt sich auf die vom Reisebüro organisierte Transportmöglichkeit. In London 1976 auf dem Weg zum Spiel bei West Ham United blieb die rettende Idee eines Fans einem anderen lange im Gedächtnis – 33 Jahre später kam der Vorfall überraschend auf den Tisch...

1980 in Brünn erlebten die Eintracht-Fans erstmals vom gegnerischen Anhang gezündete Pyrotechnik; eine ganze Tribüne in Feuerrot gab es im folgenden Jahr in Thessaloniki zu sehen. Auseinandersetzungen mit den Anhängern des Gastgebers ereigneten sich 1980 in Sochaux; nicht unproblematisch war die Reise zum Spiel bei den Tottenham Hotspurs 1982.

In Istanbul waren die Eintracht-Fans 1992 und 2006. Beide mal erlebten sie einerseits herzliche Gastgeber mit fanfreundschaftlichen Begegnungen, anderseits auch eine lautstarke, früh die Tribünen besetzende Heimkurve. Es war gerade in den Neunzigern die Zeit, als die Eintracht-Fans auf Erkundung gingen und etwa in Moskau und Dnjepropetrovsk kleine Abenteuer-Reisen absolvierten. Die Lust auf Europa wuchs, La Coruna, Ljubljana, Neapel, Turin und Bordeaux folgten beispielsweise. Und notfalls nahm man dann auch einfach den Gastarbeiter-Linienbus nach Bukarest, um günstig ans Ziel zu kommen. Leid und Unterhaltung sind dann garantiert!

Ein Fan stieg auf sein Fahrrad und fuhr damit bis Kopenhagen – gut, dass er alles im Tagebuch festgehalten hat. In Vigo 2006 lernten die deutschen Gäste nervöse Polizisten kennen, denen Recht und Gesetz nicht so ganz wichtig sind – ein persönliches Drama mit großen Folgen für einen Anhänger.

Ein touristischer Traum wurde das Losglück in der Saison 2013/14: Baku, Nikosia, Tel Aviv, Bordeaux und Porto – allesamt wirkliche Traumziele. Und das nutzen viele Fans aus, die sich durch die Möglichkeiten der Anreise kämpften und dabei leider auch tief in die Tasche greifen mussten, weil es sich nicht gerade um Flug-„Rennstrecken“ handelte. Auch bei diesen Spielen war die Fantasie gefragt, um günstig und gff. kurios, häufig ungeheuer interessant, der Eintracht hinterher zu reisen. Ob in der aserbaidschanischen Hauptstadt, auf der Urlaubsinsel Zypern oder mittels einer kleinen Tour durch Israel – es gab Fantastisches zu erleben, immer wieder begleitet von einer riesigen Menge Frankfurter – die Fanmarsche waren Highlights! Und dann 12.000 Frankfurter in Bordeaux – alle in orange. Am Douro in Porto – an der Brücke war alles voll mit Eintracht-Fans. Ein fast nicht enden wollender Traum!

Und nun könnt Ihr so viel aus diesen 55 Jahren nacherleben!

Weil es so wichtig ist, wiederhole ich noch einmal meine Bitte: Wenn Euch das Buch gefällt, erzählt es weiter! Durch die eingeschränkten Verkaufsmöglichkeiten und mein persönliches finanzielles Risiko bin ich unbedingt auf die „Mund-zu-Mund-Propa-ganda“ angewiesen.

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