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Buch "Eintracht intim"

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Anekdoten und Kuriositäten aus der Geschichte von Eintracht Frankfurt (Oktober 2007)

Cover.jpgWas sich jeder Fußballanhänger zu seinem Verein wünscht – viele lustige Anekdoten, kuriose Dinge und geheime Ereignisse zu erfahren – gelingt hier erstmals. In Gesprächen mit vielen Spielern und anderen Insidern von Eintracht Frankfurt wurden teils unglaubliche Geschichten preisgegeben. Wir erfahren, wie für eine Spielabsage gesorgt wurde und wie ein falscher Spieler aufgrund einer Verwechslung verpflichtet wurde. Ein Trainer wird vor den Journalisten versteckt – eingewickelt in einen Teppich!

Darüber hinaus gewährt das Buch exklusive Einblicke in scheinbar nie geklärte Fragen: Was passierte mit den Detari-Millionen? Wie liefen die Vertragsdeals von Andreas Möller und Klaus Gerster? Ein exklusives Interview mit Uli Stein blickt zudem auf eine turbulente Zeit zurück. Dazu gibt es Fotogalerien, Eintracht-Karikaturen von Greser & Lenz (bekannt aus der FAZ) und einen herausfordernden Rätselfragenbereich. Ein Buch, das Spieler und Funktionäre erstaunen lassen wird und alle Eintracht-Fans verschlingen werden, die es in die Finger bekommen!

Und nun ein paar Anekdoten aus dem Buch:

043_bierdeckel.jpgIm November 1985 unterrichtete Trainer Dietrich Weise den Vorstand darüber, dass die Eintracht am folgenden Tag unmöglich daheim gegen den Hamburger SV antreten könne. Zahlreiche Spieler wären (waren auch tatsächlich) kurzfristig krank geworden – gegen den HSV, der mit einer Serie ungeschlagener Spiele (Uli Stein 788 Minuten ohne Gegentor) angereist war, hätten die Frankfurter keine Chance gehabt. „Dann müssen wir das Spiel ausfallen lassen!“, erklärte der gerade frisch gewählte Vizepräsident Klaus Mank und ließ ohne Unterrichtung von Weise die Operation „Spielabsage“ anlaufen. Im Handumdrehen gewann er Verbündete der Freiwilligen Feuerwehr, die den Waldparkplatz unter Wasser setzten, was aufgrund des noch liegenden, aber bereits abtauenden Schnees nicht zu verdächtig war. Am Samstagmorgen klingelte Manks Telefon. Ein Vertreter der Platzkommission unterrichtete ihn darüber, dass das Spiel ausfallen müsse – nicht wegen des Rasens, sondern aufgrund des Wassers auf dem Waldparkplatz und morastiger Zuschauerränge. Allerdings ließ der DFB der Eintracht nur wenig Ruhe und setzte das Spiel für den folgenden Dienstag wieder an. Zur allgemeinen Überraschung siegte die Eintracht mit 3:0.

Das Vereinsgelände am Riederwald befindet sich – wie es das „Ried“ im Namen bereits verrät – auf sumpfigen Untergrund. Nach starkem Regen standen auch Behandlungsräume, Sauna und Kegelbahn unter Wasser. Angelockt durch die Feuchtigkeit gab es sogar eine Mäuseplage. So wurde über Wochenenden immer wieder eine Katze eingeschlossen, die die Mäuse fangen sollte. Zu Beginn der neuen Woche wurden dann zuerst die erledigten Tiere eingesammelt.

Der Aufstieg von Alexander Schur in den Profikader der Eintracht 1996 konnte überraschender nicht sein. Dragoslav Stepanovic war zum zweiten Mal Cheftrainer am Riederwald und orakelte dem Amateurspieler Schur in bekannter Art, dass er beim nächsten Trainingslager der Profis dabei sein würde. Doch dann hörte Schur nichts mehr von dem Coach. Als das nächste Trainingslager anstand, reiste Schur kurzerhand auf eigene Kosten und ohne wirkliche Einladung an und reihte sich vor dem verdutzten Trainer in die Reihe der Profispieler ein. Und tatsächlich bekam Schur schon bald seinen ersten Bundsligaeinsatz.

116_Brinkmann.jpgHorst Heese lud seine Mannschaftskameraden zu einer Geburtstagsfeier zu sich nach Hause ein. Eine Anfahrtsbeschreibung teilte er nicht aus. Diese fanden sie, als sie den Ortseingang seines Wohnortes erreichten. Von dort bis zu seinem Haus hatte er große Pfeile auf die Straße gemalt!

Die Rivalität zwischen Eintracht Frankfurt und Kickers Offenbach konnte beängstigende Züge annehmen: Beim letzten Bundesligaaufeinandertreffen in Offenbach 1983 wurden Frankfurter und Offenbacher Anhänger auf der gleichen Tribüne untergebracht, nur getrennt von einem Zaun mit Polizisten auf beiden Seiten. Während des gesamten Spiels bewarfen sich die Anhänger beider Klubs mit Dartpfeilen, immer über die Köpfe der Polizisten hinweg.

Bis Ende der Achtziger wurden Protokolle der Mitgliederversammlungen des Vereins gefälscht. Zwar wurden Tonbandaufzeichnungen angefertigt, für die Abschriften wurden Passagen allerdings von der aufzeichnenden Person, die dafür ein Diktierband neu besprach, verändert und teilweise in das Gegenteil verkehrt. Durch einen Zufall kam dieses unvorstellbare Gebaren in heraus. Daraufhin wurde für alle folgenden Versammlungen ein hauptberuflicher Stenograf für die Erstellung des Protokolls beauftragt. Erstaunlich: Zum Schein durfte der „Fälscher“, ein verdientes Mitglied, seine Tonbandaufzeichnungen noch bis zu seinem Tod fortsetzen. Für die Protokollerstellung blieben sie unerheblich.

Der Ungar Gabor Varzegi war als Eigentümer des potentiellen Investors Fotex für sehr kurze Zeit Vorstandsvorsitzender der Eintracht Frankfurt Fußball AG. Um sich ein Bild von den Problemen der Vergangenheit zu machen bestellte er neben den normalen Angestellten auch einen Spieler nach dem anderen zu einem Gespräch in sein Hotelzimmer und befragte sie, unterstützt durch einen Übersetzer … und eine im Hintergrund versteckte Videokamera, die alle Gespräche dokumentierte, über die die Spieler aber nicht informiert wurden. Lediglich ein Spieler entdeckte, dass eine Aufzeichnung stattfand.

Trainer Gyula Lorant schikanierte gerne Spieler und Umfeld. Der Ruf seiner Rücksichtslosigkeit lässt sich beispielweise an folgendem, sich wiederholenden Ereignis festmachen: Bei einem tatsächlich schwer am Knie verletzten Spieler nahm er das Knie in seine Hände, beugte sich zu ihm herab, spukte darauf und schickte den Mann mit den Worten „Jetzt ist es gesund, geh’ raus, und mach ein Tor, sonst bist du ein Invalide!“ wieder auf das Feld.

053_yeboah_04_sw.jpgDer 17-jährige Togolese Cherif Touré Maman, eine Urlaubsentdeckung von Eintracht-Torhüter Andreas Köpke, hatte eine befristete Aufenthaltserlaubnis für Deutschland bekommen und durfte mit in das Trainingslager nach Seefeld in Österreich reisen. Jedoch bedachten die Verantwortlichen nicht, dass der Togolese dieses gar nicht durfte. Der 1. FC Nürnberg, der es ebenfalls auf den Spieler abgesehen hatte, setzte alle Hebel in Bewegung, Cherif zurückzugewinnen und schaltete den bayerischen Ministerpräsidenten ein, wodurch eine polizeiliche Fahndung nach Cherif ausgelöst wurde. Nun hieß es für die Frankfurter, Vorsicht walten zu lassen. Der Spieler wurde dann nicht im Mannschaftsbus, sondern im Kofferraum des Autos eines Betreuers zurück nach Deutschland geschmuggelt.

Horst Hrubesch, bei Rot-Weiß Essen 1977/78 mit 42 Saisontoren in der Meisterschaft erfolgreich, hat 1978 einen Vertrag bei der Eintracht unterschrieben und doch nie für die Hessen gespielt. Nachdem er die Unterschrift unter das Dokument gesetzt hatte, erinnerte er noch einmal an seine einzige Bedingung für den Wechsel von seinem Klub Rot-Weiß Essen an den Main: Er selbst wollte den Wechsel bekannt geben. Würde der Transfer anderweitig bekannt werden, würde er nicht zur Eintracht kommen. Hrubesch fuhr mit seinem Wagen auf die Autobahn Richtung Ruhrgebiet – und schon kam die Nachricht vom Wechsel über den Äther. Die Eintracht war damit für ihn erledigt.

Der Öffentlichkeit präsentierte sich 1988 Präsident Dr. Klaus Gramlich Wochen nach dem Verkauf von Lajos Detari so entlarvend, wie es nur möglich war. Er verkündete in einer Pressekonferenz, die Eintracht habe sich mit dem bisherigen Trainer Kalli Feldkamp geeinigt. Diese hatte seine Konsequenzen aus dem Verkauf Detaris ohne Einkauf eines gleichwertigen Ersatzes gezogen und wollte die Eintracht verlassen. Kaum hatte er die Einigung verkündet, fragte er leise – aber für die Zuschauer hörbar – zur Seite zu seinen Vorstandskollegen, ob man sich denn wirklich mit Feldkamp geeinigt habe ...

Trainer Erich Ribbeck gab sich viel Mühe, seinem Team Disziplin beizubringen. So wartete er während nächtlicher Kontrollgänge sogar hinter Bäumen. Thomas Rohrbach hatte er einmal vom Trainingsgelände aus verfolgt, verlor ihn aber. Daraufhin fuhr er vor dessen Haustür und schlief dort in seinem Auto.

054_Fj__rtoft.JPGThorsten Legat ist während seiner Spielerkarriere mehrmals negativ aufgefallen. Dabei merkte man, dass er nicht gerade zur cleveren Sorte gehört. Dreistigkeit und tiefe Abgründe offenbarte er bei einem Vorfall zu seiner Frankfurter Zeit in der Saison 1994/95: Eine schlechte Leistung erklärte er mit dem plötzlichen Tod seines Vaters. Die Eintracht schickte daraufhin an Legats Elternhaus einen Trauerstrauß, den der überraschte Vater persönlich entgegen nahm.

Es bleib nicht die einzige erfundene Geschichte von Thorsten Legat. Seine Behauptung, er wäre in einem Parkhaus von einem Fan mit einer Pistole bedroht worden, wurde allgemein angezweifelt. Ein weiterer Tiefpunkt in seinem Verfolgungswahn war die nicht zutreffende Aussage, seine Frau habe ein Kind verloren. Seine Frau wusste nichts davon ...

111_Holz_und_James_Last_in_Florida.JPGRainer Leben hatte in den alten Presseraum am Riederwald eingeladen. Der neue Schatzmeister der Eintracht (im Amt in den Monaten Oktober 1999 bis Mai 2000) wollte seine Kritiker mit seinen Ideen für neue Einnahmequellen überzeugen. So präsentierte er das Vorhaben, die Eintracht könne Mitsubishi-Fahrzeuge an alle Bundesligisten verleasen und selbst die Gewinne einstreichen. 18 Klubs mit jeweils 20 Fahrzeugen …

Wer von dem Vorschlag Lebens nicht überzeugt war, für den hatte er auch noch ein weiteren Vorschlag: Die Eintracht könne Fußbälle in Pakistan herstellen lassen und dann die Bundesliga damit ausrüsten – Verkaufspreis: 100 Mark das Stück …

Eine kleine Auswahl aus dem Buch „Eintracht intim – Anekdoten und Kuriositäten aus der Geschichte von Eintracht Frankfurt“ von Jörg Heinisch.

ISBN-13: 978-3897843370

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