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Ausstellung „Kicker, Kämpfer, Legenden“ im Eintracht-Museum

09.01.2012 um 21:20
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Sie waren Pioniere des deutschen Fußballs. Jüdische Fußballer, Trainer, Journalisten und Funktionäre haben den Fußball in Deutschland populär gemacht. Sie wurden umjubelt, verehrt und respektiert, galten als Vorbilder im Sinne des sportlichen Gedankens des Fairplay.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden Juden nach und nach aus den bürgerlichen Vereinen gedrängt. 1938 durften sie nur noch in jüdischen Vereinen spielen, danach wurden ihnen alle Sportaktivitäten verboten. Nach dem 2. Weltkrieg sollten Juden nie wieder eine vergleichbare Rolle im deutschen Fußball spielen. Ihre Verdienste wurden verdrängt und gerieten in Vergessenheit.

Eine Wanderausstellung des Centrum Judaicum möchte diese vergessene Zeit des deutschen Volkssports wieder in Erinnerung rufen. "Kicker, Kämpfer, Legenden - Juden im Deutschen Fußball" ist seit der Eröffnung 2006 in Berlin auf Wanderschaft durch Deutschland und kommt Anfang 2012 erstmals nach Frankfurt. Gezeigt werden in der Ausstellung die Lebenswege von Menschen wie Walter Bensemann, der auch in Frankfurt half, den Fußball zu etablieren. Auch das Schicksal des ehemaligen Bayern-Präsidenten Kurt Landauer und des Nationalspielers Julius Hirsch wird in der Ausstellung dokumentiert. Erweitert wird die Wanderausstellung im Eintracht Frankfurt Museum durch die Vorstellung von fast 50 Mitgliedern, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Einige überlebten den Holocaust, andere wurden in den Konzentrationslagern ermordet.

Die Ausstellung "Kicker, Kämpfer, Legenden" ist vom 12. Januar bis zum 30. März im Eintracht Frankfurt Museum zu besichtigen. Während der Ausstellung werden Mitarbeiter des Museums im Rahmen der von der Metzler-Stiftung unterstützten "Werkstatt Frankfurter Sportgeschichte" gemeinsam mit Jugendlichen nach Schicksalen jüdischer Sportler aus Frankfurt recherchieren. An der Geschichtswerkstatt können sich Schulklassen, Jugendgruppen und Vereine beteiligen. Die Ergebnisse der Arbeit werden wir dokumentieren. Außerdem wird die nächste Stolpersteinverlegung, an der sich die Eintracht beteiligt, von Jugendlichen der Geschichtswerkstatt vorbereitet.

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 12. Januar 2012, 19.30 Uhr
Zur Eröffnung spricht der Historiker und Holocaust-Überlebende Arno Lustiger, Besucher sind herzlich willkommen.

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