Offizielle Website von
 

Fan geht vor


1. Frankfurter Allgemeine Fanzeitung
- monatlich, kritisch, überparteilich, unabhängig, informativ, unterhaltend -
 

 

News

Antwort zur Erklärung der Eintracht Frankfurt Fussball AG zum Solidaritätsaufruf

Aus der Fanszene
10.11.2006 um 13:41
News >> Aus der Fanszene

Antwort zur Gegendarstellung der Eintracht Frankfurt Fussball AG zum Solidaritätsaufruf:

Die Eintracht Frankfurt Fussball AG, in Form der Fanbetreuung und Herrn Beeck, fordert dazu auf, die geplante Solidaritätsaktion der Fanszene gegen unberechtigte Stadionverbote und die Vergabepraktiken für bundesweite Stadionverbote, nicht zu unterstützen.
Es heißt dort wörtlich, dass „unsere Eintrachtfans“ sich vom „Vorhaben der Ultras“ distanzieren mögen.
Die geplante Solidaritätsaktion ist aber mitnichten nur eine Aktion von Ultras Frankfurt, sondern der Anstoß dazu kam vielmehr von Fanclubs, Einzelpersonen und im offiziellen Forum von Eintracht Frankfurt.
Die Eintracht Frankfurt Fussball AG versucht damit offenbar, die Fanszene zu spalten, vor allem, da ja auch das Fansprechergremium eine ähnlichlautende Mitteilung herausgab.

Auch der pathetische Hinweis, die Mannschaft brauche die Unterstützung unbedingt, ist fehl am Platz. Wer sich ernsthaft Gedanken über die Situation macht, kommt zu dem Schluss, dass es darum geht die bisher so hochgelobte Stimmung in Frankfurt auf lange Zeit zu wahren und einem Aussterben der Fankultur entgegenzutreten, wozu Proteste gegen die aktuellen Vergabepraktiken für Stadionverbote unabdingbar sind.
Fakt ist, dass durch die, in ihre Ausmaßen vollkommen unangemessene, Vergabepraktik von Stadionverboten der Fankultur extremer Schaden zugefügt wird, was auf lange Sicht der Mannschaft und dem Verein wesentlich mehr schaden wird, als die 45 Minuten im Spiel gegen Bielefeld am Samstag.


Zum Einsatz der AG bezüglich Stadionverboten/Unterstützung der Fans:


Die Behauptung, so gut wie alle in Ahlen verhängten Stadionverbote seien gerechtfertigt, ist irrsinnig, wenn man den Polizeieinsatz bei diesem Spiel berücksichtigt.

Ebenso ist es abstrus, im konkreten Fall Schalke, zu behaupten, ein Busfahrer könne bei 50 Mitfahrern genau einordnen, wann, wo und zu welchem Zwecke eine Person den Bus verlassen habe.

Zum Beispiel Köln ist nur zu sagen, dass die Einstellungen der Ermittlungsverfahren bereits seit einiger Zeit feststehen, die dortige Staatsanwaltschaft die Bescheide allerdings noch nicht zugesendet hatte, da diese anscheinend erst noch der Polizei übermittelt wurden.
Auch müssen Einstellungsbescheide in keinster Weise bei der Fanbetreuung von Eintracht Frankfurt vorgelegt werden, sondern beim zuständigen Bearbeiter beim 1.FC Köln.
Dies wird in der Stellungnahme der Eintracht Frankfurt Fussball AG ja auch erneut unterstrichen, die Aufforderung zur Einstellung erging definitiv seitens der Betroffenen an den 1.FC Köln, dort wurde aber erstmal, mit Hinweis auf anderslautende Gerichtsurteile, verzögert.

Die angekündigte Aufhebung der Stadionverbote einzig und allein als Verdienst der Fanbetreuung zu nennen, entbehrt jedweder Grundlage, da sich die Betroffenen, entgegen den Behauptungen in der Mitteilung von Eintracht Frankfurt, auch mit juristischem Beistand, fortwährend um eine Aufhebung bemühten.

Wenn einzelne Betroffene sich allerdings an die Fanbetreuung von Eintracht Frankfurt wendeten, kam keinerlei Resonanz, so dass man nun, auch aus den Erfahrungen der Vergangenheit, eben „auf eigene Faust“ weiter agierte.
Der Vorwurf der Untätigkeit der Betroffenen ist also schlicht und einfach eine Unwahrheit.

Interessanterweise geht man in der Stellungnahme aber nicht auf das Beispiel Burghausen ein, welches ebenso in der Mitteilung von Ultras Frankfurt zu finden war.

Zum Bewährungssystem:

Die neuerdings in den Richtlinien enthaltene Möglichkeit einer Bewährung, welche aktuell aber in nur sehr wenigen Fällen Anwendung findet, ist nur ein kleiner Schritt zur Verbesserung der Richtlinien.
Das von Ultras Frankfurt ausgearbeiteten Konzept ist aber weitaus tiefgreifender und enthält vielfältige Optionen, dieses Konzept damit abzutun, man habe ja jetzt die Möglichkeit nach der Hälfte der Zeit eine Bewährung zu erhalten, wird der Sache nicht gerecht, schließlich beträgt diese Zeit auch teilweise annähernd 3 Jahre.
An dieser Stelle darf die Bemühung um gerechtere Vergabepraktiken für Stadionverbote also definitiv nicht enden!

Allgemein:

Dass die Eintracht Frankfurt Fussball AG jetzt plötzlich die Aufhebung einiger Stadionverbote ankündigt und sich zur Problematik äußert, ist durchaus interessant, und zeigt, dass die angekündigte Solidaritätsaktion bereits jetzt schon Wirkung erzielt.

Die Problematik der Stadionverbote ist allerdings nicht einzig und allein an den genannten Beispielen festzumachen.
Durch die aktuellen Vergabepraktiken für Stadionverbote, gegen die wir protestieren möchten, droht jederzeit die Gefahr weiterer unberechtigter Stadionverbote!
Daher ist es, selbst wenn es in der nächsten Zeit zu der Aufhebung einiger unberechtigter Stadionverbote kommt, immer noch wichtig, den Protest durchzuziehen.

Die anberaumte Fanvertreterversammlung wird von Ultras Frankfurt nicht besucht werden, da die Vorgehensweise der AG/Fanbetreuung, uns erst massiv anzugreifen und dann aber umgehend Gespräche zu wünschen, kein guter Stil ist.
Wir sind aber sehr gerne dazu bereit, nach dem Boykott am Samstag die Gespräche mit dem Vorstand der Eintracht Frankfurt Fussball AG aufzunehmen.

Traurig ist auch, dass man scheinbar so wenig kritikfähig ist, dass am letzten Spieltag bereits Ordner in den Block geschickt wurden, um (möglicherweise unliebsame) Spruchbänder zu beschlagnahmen, was zumindest vermuten lässt, dass derartiges auch am Samstag geschehen kann.

Wir rufen alle Fans von Eintracht Frankfurt, denen etwas an der lebendigen und mündigen Frankfurter Fankultur, die sich in den letzten 10 Jahren hier entwickelt hat, liegt, dazu auf, nun erst recht an der anberaumten Solidaritätsaktion teilzunehmen, um mit verstärktem Zusammenhalt zu demonstrieren, dass die, scheinbar erhoffte, Spaltung der Fanszene nicht eintreten wird.

GEGEN UNBERECHTIGTE STADIONVERBOTE!
GEGEN DIE VERGABEPRAKTIKEN FÜR BUNDESWEITE STADIONVERBOTE!
GEGEN REPRESSION VON VERBAND UND POLIZEI!
GEMEINSAM FÜR FRANKFURT!

Ultras Frankfurt

zurück
 
Fan geht vor is sponsored and powered by fantasticweb new media GmbH.