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Alexander Meier: „Das Beste bei der Eintracht sind die Fans“

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(cm) Ein kühler Sonntagvormittag am Stadion… Ein Fernsehteam platziert seine Kamera auf der Westtribüne, einige Dauergäste des SGE-Trainings fahren mit ihren Autos vor, TV-Reporter aus Hongkong(!) suchen nach Englisch sprechenden Interviewpartnern. Ein wenig geknickt nach der unglücklichen Niederlage am Vortag gegen Werder Bremen kommen die Eintracht-Spieler vom Waldlauf zurück. Wir unterhalten uns an diesem regnerischen Apriltag mit Alexander Meier, der vor nunmehr fast zwei Jahren vom HSV an den Main gekommen ist.

Kommen wir erst einmal kurz zum gestrigen Spiel gegen Bremen. Ihr habt nicht schlecht gespielt, dann aber unglücklich durch einen Foulelfmeter verloren. Wie würdest du das Spiel noch einmal kurz aus deiner Sicht beschreiben?

Wir haben, glaube ich, taktisch sehr gut gestanden, dann ist der Elfmeter halt sehr unglücklich gewesen, und dann wird es schwer, gegen so eine gute Mannschaft noch ein Tor zu erzielen.

Letzte Woche hattest du eine Einladung zur U21 gehabt, hast dann aber nicht gespielt. War das eine reine Vorsichtsmaßnahme im Hinblick auf die Bundesliga oder ging es von der Verletzung her gar nicht?

Es wäre problematisch gewesen, und es war auch eine Vorsichtsmaßnahme in Sachen Bundesliga, da wollte ich kein Risiko eingehen.

Im Mai/Juni ist dann die Europameisterschaft. Meinst du, dass du noch eine Chance hast, dabei zu sein?

Keine Ahnung. Das ist mir im Moment auch überhaupt nicht wichtig. Im Moment ist mir wichtig, dass wir den Klassenerhalt schaffen.

Nervt es, wenn man immer wieder auf das Thema Nationalmannschaft angesprochen wird? Es wurde ja schon mehrfach darüber berichtet, dass Klinsmann und Löw hier im Stadion waren und auch dich beobachtet haben sollen im Hinblick darauf, dass du irgendwann ein Perspektivspieler für die Nationalmannschaft sein könntest…

Alexander_Meier.JPGNein, das gehört dazu, aber ich weiß, dass ich das nicht so ernst zu nehmen habe. Ich weiß, wie ich damit umzugehen habe.

Du bist seit Sommer 2004 in Frankfurt, warst zunächst nur ausgeliehen vom HSV und bist dann im letzten Sommer sozusagen "komplett" hierher gewechselt. In den Medien und auch unter den Fans wurde über die mögliche Ablösesumme diskutiert. Belasten solche Debatten um die eigene Person?

Nein, man kann es ja sowieso nicht jedem recht machen. Da gibt es solche und solche, dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Da kann ich auch nichts dafür.

Als in der Hinrunde Copado in die Startelf kam, hatte man den Eindruck, dass einige Spieler richtig aufgeblüht sind, auch bei dir war das zu erkennen. Siehst du das auch so?

Ja klar, Paco ist ein guter Spieler, der uns hilft, der auch mir vor allem viele Bälle gibt und spielerisch gut ist. Das hat mir ungemein geholfen.

Gegen beispielsweise die Bayern wurden eure Grenzen sichtbar, aber man sieht schon, dass ihr mehr als einfach nur mithalten könnt und dass es irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft kein Traum mehr sein muss, mal auf Europapokal-Plätze zu kommen. Reicht es deiner Ansicht nach dafür, einfach zunehmend in der Bundesliga Erfahrung zu sammeln oder wird man sich noch verstärken müssen?

Ich glaube beides. Ich glaube, dass wir mit der Erfahrung auch besser werden, aber natürlich braucht man auch immer wieder neue und gute Spieler. Es ist ja ganz normal, dass jedes Jahr wieder neue kommen, um die Ziele erreichen zu können.

Gibt es irgendetwas bei der Eintracht, worüber du dich besonders ärgerst?

Eigentlich nicht.

Und was bei der Eintracht gefällt dir am besten?

Die Fans. Die stehen immer hinter uns und feuern uns auch an, wenn es mal nicht so läuft. Und es sind auch immer viele Fans im Stadion. Das ist meiner Ansicht nach das Beste.

Ihr seid eine relativ junge Mannschaft, viele Kollegen sind in deinem Alter. Versteht man sich da vielleicht auch abseits des Platzes besonders gut?

Ja, das ist schon sehr schön, dass es viele junge Spieler sind, die auch viel miteinander unternehmen.

Deine Kollegen im Angriff sind etwas weniger groß gewachsen als du, du siehst im Vergleich daneben wie ein Riese aus. Stutzt man da auch mal selbst angesichts der Größenunterschiede?

Nein, ich bin es ja so gewöhnt (lacht). Darüber mache ich mir eigentlich keine Gedanken.

Ihr zählt zum Kreis der Mannschaften, die wohl den dritten Absteiger unter sich ausmachen werden. Wie zuversichtlich bist du, was den Klassenerhalt angeht?

Da sind wir eigentlich alle recht zuversichtlich. Wir wussten ja die ganze Zeit von Anfang an, dass es gegen den Abstieg geht. Wir stehen eigentlich noch gut da. Hätten wir vor einem Jahr gesagt, dass wir sieben Spieltage vor Saisonende drei Punkte Abstand vor den Abstiegsrängen haben, hätten, glaube ich alle gesagt: "Gut, das nehmen wir so". Ich denke, wir müssen konzentriert sein, aber wir brauchen nicht in Panik zu verfallen.

Herr Bruchhagen scheint da auch recht zuversichtlich zu sein. Beruhigt es, wenn der Vorstandsvorsitzende Zuversicht ausstrahlt?

Ja, Herr Bruchhagen ist ein sehr guter Mann und ich glaube, er kann das sehr gut einschätzen. Und natürlich ist es wichtig für die Mannschaft, wenn er diese Ruhe ausstrahlt. Das ist schon von Vorteil.

Im Pokal seid ihr überraschend weit gekommen und steht im Halbfinale, das auch bald ansteht. Ist das, gerade im Abstiegskampf, eine zusätzliche Belastung oder beflügelt das eher?

Kommt drauf an, wie es ausgeht! (lacht) Nein, ich denke schon, dass es beflügelt. Das ist ein ganz anderes Spiel und da werden noch mal die Kräfte freigesetzt. Ich glaube schon, dass es uns beflügeln wird.

Und wie siehst du eure Chancen für den Finaleinzug?

Wir spielen zuhause vor ausverkauftem Haus, und ich hoffe, dass wir das schaffen werden!

Wir bedanken uns für das Gespräch!

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